Während einer Besprechung macht Herr S. einen Vorschlag, wie die Auslieferungsquote kurzfristig erhöht werden könnte. Es ist eine ungewöhnliche Idee, die in dieser Form noch nicht diskutiert wurde. Nach einem kurzen Schweigen der Nachdenklichkeit kommen die ersten Reaktionen der anderen Besprechungsteilnehmer: "Völlig unmöglich! Das klappt nie! Das erlaubt der Vorstand nicht! Das verbietet die Arbeitsanweisung XY! Das haben wir schon einmal versucht! Damit ist das Grundsatzproblem doch nicht gelöst!" usw. . . . Zehn Minuten später ist die Idee tot. Herr S. ist enttäuscht und die unbefriedigende Situation besteht unverändert weiter. Prima!? Können Sie sich diese oder eine ähnliche Situation auch in Ihrem (betrieblichen) Umfeld vorstellen? Lassen Sie uns darüber nachdenken, was eigentlich passiert ist. Unser Denken prägt unsere innere Einstellung und diese wiederum ist bestimmend für unser Verhalten in Wort und Tat. Und genau diese innere Einstellung - nämlich zu uns selbst und zu anderen - ist durch die oben skizzierten Äußerungen ans Tageslicht gekommen. Die Teilnehmer der Besprechung haben sich, wie es so schön neudeutsch heißt, "geoutet". Sie haben ihre Meinung öffentlich gemacht und damit gezeigt welch Geistes Kind sie sind. Es ist leichter "nein" zu sagen, sich zu verweigern, auf alt Bewährtes zu verweisen, als das Risiko neuer Wege mitzutragen, danach zu suchen wie es besser geht, zu agieren und neue Akzente zu setzen - auch auf die Gefahr hin, dass diese von Anfang an nicht perfekt sind. Denken wir bitte daran, dass viele Menschen, die diese Welt im Großen wie im Kleinen vorangebracht und geändert haben, häufig wegen ihrer verrückten Ideen zunächst verlacht und verspottet wurden. Was wäre aber wohl aus uns, und der Welt in der wir leben, geworden, hätten immer die ewig Gestrigen gesiegt? So möchte ich Sie heute einladen, zu Beginn des Neuen Jahres einmal Ihr Selbstverständnis, Ihre innere Einstellung zu prüfen. Die nachfolgende Übersicht mag Ihnen dabei eine Hilfe sein.
Wodurch wird Ihr Selbstverständnis stärker geprägt?
- Chancen suchen
- Erfolg suchen
- Täter sein
- genießen
- agieren
- leben
- Ursachen setzen
- suchen, wie es geht
- Chancen sehen
- vorwärts blicken - in die Zukunft
- in der Hoffnung leben
- selbständig sein
- sich am Markt orientieren
- konstruktiv unzufrieden sein
- die Herausforderung suchen
- selbst erfolgreich sein
- Risiken vermeiden
- Misserfolg vermeiden
- sich als Opfer fühlen
- "nassauern"
- reagieren
- gelebt werden
- Wirkungen beklagen
- wissen, wie es nicht geht
- Kosten rechnen
- zurück schauen - in die Vergangenheit
- die Enttäuschung pflegen
- abhängig sein
- sich am Chef orientieren
- frustriert / satt sein
- die Anerkennung suchen
- sich an das Unternehmen klammern
Ich wünsche Ihnen nun ein erfolgreiches Jahr und hoffe, dass Sie Ihren hochgesteckten Zielen Schritt für Schritt näher kommen.