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„Insidergedanken“ zum Thema Automobilverkauf

„ . . . Bei Citroën war es damals gängige Praxis, den kaufwilligen Kunden in den Schauraum mit den funkelnden Neuwagen einzuladen, um dort das Verkaufsgespräch zu führen. Davon hielt ich nichts. Ich verkaufte meine Autos ausschließlich am Küchentisch. Im Schauraum fühlte sich der Kunde von allen Seiten attackiert, der Ort musste ihm in meinen Augen wie ein Gefängnis vorkommen, aus dem es kein Entkommen gibt. Wenn er gehen wollte, musste er erst demonstrativ seinen Mantel anziehen und seine Kinder zusammentrommeln. Bei sich zu Hause dagegen war er in seinem Revier. Die Gewissheit, mich jederzeit rauswerfen zu können, vermittelte ihm ein Gefühl der Sicherheit. Das machte ihn nachgiebig.

Er entwickelte kein Abwehrverhalten gegen den Verkäufer und ich konnte ihn müheloser zu einem Kauf überreden. Auch fiel es mir am Küchentisch leichter, die ganze Familie in das Verkaufsgespräch zu involvieren. Manchmal unterbrach ich die Verkaufsverhandlungen für eine Weile, um mich mit den Kindern zu unterhalten.

Vor allem aber wandte ich mich an die Frau. Das war damals für einen Verkäufer noch sehr ungewöhnlich, umso mehr, als ich im wesentlichen in klassischen Arbeitervierteln tätig war, wo die Frauen nicht viel zu sagen hatten.“

„ . . . Wenn der Kunde das Auto übernahm, war ich stets anwesend. Meistens kam auch die Frau mit und war sehr stolz darauf, an dem Kauf mitgewirkt zu haben. Auch war ich immer da, wenn der Kunde Ärger mit seinem Auto hatte und zur Werkstatt kam. Ich blieb auch nach dem Kauf immer ein Gesprächspartner für meine Kunden.

Ich war überzeugt, man dürfe Verkauf und Kundenbetreuung nicht getrennt betrachten, und der Kunde müsse von einem Kauf bis zum nächsten einen Ansprechpartner zur Verfügung haben. Zumal das Kunststück nicht darin besteht, nur ein Auto, sondern demselben auch das nächste noch zu verkaufen.“

Quelle: Daniel Goudevert, „Wie ein Vogel im Aquarium“

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