Mechaniker-Selbstbedienung im Teilelager, warum nicht? Auf was Sie achten müssen und wo es Sinn macht erfahren Sie in diesem Beitrag.
Zuerst ein Praxisfall:
Die Monteure im Autohaus Mustermann, ein wirklich hervorragendes Team, dem es gelingt die schwierigsten technischen Probleme zu lösen, die sorgfältig mit den anvertrauten Kundenfahrzeugen umgehen, die teuren Diagnosetester und die Spezialwerkzeuge werden gehegt und gepflegt. Oftmals kommen sogar Kunden mit den Mechanikern in Kontakt, auch hier gibt es keine Beanstandungen. Es steht außer Zweifel, die Mitarbeiter haben das vollste Vertrauen der Geschäftsleitung. Auch die Zusammenarbeit mit den Kollegen ist vorbildlich und es werden immer wieder Wege zur Verbesserung der Arbeitsabläufe gefunden.
So ist auch die teilweise Selbstbedienung im Ersatzteilelager eingeführt worden. Auslöser waren die Wartezeiten am Lagerfenster, oftmals nur wegen Klein- und Kleinstteilen:
- Eisenwaren wie Schrauben, Schlauchschellen, Rohrschellen, Splinte
- Elektrokleinteile wie Sicherungen, Kabelstecker und -Verbinder, Glühbirnen
- Flüssigkeiten wie Öle, Kühlflüssigkeit, Bremsflüssigkeit, Scheibenwaschzusatz, Servoöl
Jetzt sind diese Artikel (außer Öl) in einem speziellen Bereich des Teilelagers untergebracht und dürfen vom Mechaniker selbst entnommen werden. Am Anfang waren durchaus Bedenken bezüglich der korrekten Erfassung der verkauften Teile vorhanden. Der Befürchtung, es wird vergessen Teile zu berechnen, ist man mit der Erstellung von vorgedruckten Materialscheinen entgegengetreten. Die Mitarbeiter entnehmen das Teil und brauchen auf dem Materialschein nur noch die Stückzahl eintragen und abzeichnen. Es hat sich herausgestellt, dass jetzt sogar mehr in diesem Teilesegment verrechnet wird als früher. Die teilweise Selbstbedienung hat sich so gut bewährt, dass das Sortiment dafür nach und nach erweitert wird. Die Mechaniker kommen schneller an die Teile, die Lagermitarbeiter haben Zeit für andere Dinge. Alle sind zufrieden!
Checkliste für die Einführung einer teilweisen Selbstbedienung im ET-Lager:
- Nur ein ausgewähltes Sortiment zu Beginn.
- Im Sortiment befinden sich nur Teile, die ohne Teilekatalog bestimmt werden können.
- Das SB-Sortiment bekommt zur späteren Auswertung eine eigene Teilegruppe in der EDV.
- Es werden für ähnliche Teile (Schrauben, Sicherungen usw.) Sammelteilenummern statt jeweils eigene Teilenummern verwendet.
- Vorgefertigte Materialscheine liegen in dem Entnahmebereich aus.
- Die Teile befinden sich in einem speziellem Regal(teil) im Lager.
- Es besteht Blickkontakt der Lageristen zu dem Selbstbedienungsbereich.
- Die Mechaniker werden in den Umstellungsprozess einbezogen und geschult.
- Die Einhaltung der Vereinbarungen wird überprüft.
- Das Sortiment wird sinnvoll erweitert.
Weitere Informationen über: info-@-@-@-auto-tipp.de